In Albanien ist es üblich, dass der jüngste Sohn mit seiner Familie im Elternhaus wohnt, um sich um seine Eltern im Alter zu kümmern. Aber jetzt wandern auch die jüngsten Söhne aus. Zurück bleiben die Alten. „Wir erleben Situationen, wo Senioren regelrecht in ihren Häusern verwahrlosen. Keiner hilft im Haushalt oder geht in die Stadt, um notwendige Einkäufe zu erledigen“, beschreibt Bruder Christian Albert, der in der Missionsstation Shen Jozefit in Fushë-Arrëz tätig ist. Zurück bleiben oft auch Familien mit vielen Kindern oder Menschen mit Behinderung, die es sich nicht leisten können, abzuwandern.
Langjährige Zusammenarbeit: Das Team der Missionsstation Shen Jozefit mit dem humedica-Team
Nicht nur das Leben der Menschen in Not, sondern die Lebenssituation in Albanien allgemein ist seit Ende der Coronapandemie stark im Umbruch. „Dass Menschen abwandern, in die größeren Städte und ins Ausland, ist kein neues Phänomen, sondern ein Dauerzustand seit der Öffnung des Landes nach dem Kommunismus“, erläutert Bruder Christian Albert. „Aber nach Corona hat die Abwanderung noch einmal drastisch zugenommen.“
25 bis 35 Patienten können täglich in der Ambulanz der Missionsstation behandelt werden, die von humedica unterstützt wird.
Die Menschen, die bleiben, dürfen auf die Hilfe der Missionsstation Shen Jozefit hoffen. Seit fast 30 Jahren setzt sie sich in Fushë-Arrëz und der Region für Menschen in Not ein. Begründet wurde die Missionsstation 1995 von zwei deutschen Franziskanerinnen, darunter die heute immer noch aktive über 80-jährige Schwester Gratias Ruf. Ihr gelebter christlicher Glaube ist für viele Menschen dort der einzige Hoffnungsschimmer. „Unser Glaube ist der Antrieb, aus dem heraus wir uns nach Albanien haben senden lassen, aus dem wir Kraft schöpfen und aus dem wir unsere Arbeit auf der Missionsstation tun“, erläutert Bruder Christian über die Hintergründe.
Seit 2010 ist die Missionsstation auch bei der Weihnachtspäckchen-Aktion „Geschenk mit Herz“ von humedica ein verlässlicher Partner.
Die Missionsstation Shen Jozefit hat sich vor allem der Gesundheit der örtlichen Bevölkerung verschrieben. Die eigene Ambulanz sowie die ambulante Pflege sind für viele Menschen im Umkreis von rund 45 Kilometern die einzige Aussicht auf eine medizinische Versorgung. humedica unterstützt hier regelmäßig mit dringend benötigten Hilfsgütern – und das seit bereits 20 Jahren. „Mit Sachspenden von humedica können wir direkt helfen. Zum Beispiel können wir Krankenbetten in Wohnungen von pflegebedürftigen Menschen bringen und so den Angehörigen die Pflegearbeit erleichtern“, erläutert Bruder Christian und erkärt weiter: „Medizinisches Gerät kann an schlecht eingerichtete Krankenhäuser verteilt werden. Material wie Verbände, Pflaster und Medikamente kommen in der Ambulanz zum Einsatz.“
Durch die Missionsstation erhalten die Menschen in der Bergregion im Norden Albaniens nicht nur mittel- und langfristige Hilfe, sondern auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Möglich wird das durch die Unterstützung von humedica.