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Frau läuft mit humedica-Mitarbeiterin durch das Flüchtlingscamp
Über 123 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. humedica hilft Geflüchteten und Binnenvertriebenen mit medizinischer Versorgung, Lebensmitteln und Hilfsgütern wie Decken, Kochutensilien und Hygieneartikeln – in Krisenregionen wie dem Sudan und Südsudan, in Äthiopien, Somalia, Syrien, Afghanistan, im Libanon und in der Ukraine.

Flucht und Vertreibung – eine wachsende humanitäre Krise

Daniel Reiter

Die aktuellen Zahlen zu Flucht und Vertreibung zeigen, dass die weltweite Fluchtbewegung in den Jahren 2024 und 2025 weiter gewachsen ist. Ende 2024 waren laut UNHCR rund 123,2 Millionen Menschen auf der Flucht – fast dreimal so viele wie noch 2011. Hauptursachen bleiben Kriege, Gewalt, politische und religiöse Verfolgung sowie zunehmend auch die Folgen des Klimawandels.

Die Situation ist eine der größten humanitären Herausforderungen unserer Zeit: Millionen Menschen leben ohne ausreichenden Schutz, oft in extremer Armut, und die Hilfe durch Staaten und Organisationen stößt an ihre Grenzen. Besonders Kinder – fast 40 Prozent aller Geflüchteten – leiden unter Gewalt, Unsicherheit und fehlendem Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung.

Hintergründe und Zahlen

Aktuelle Zahlen
  • Weltweit: Ende 2024 waren 123,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon rund 60 Prozent Binnenvertriebene im eigenen Land. (Quelle BMZ)
  • Deutschland: 2024 wurden 250.945 Asylanträge gestellt (229.751 Erstanträge). Im ersten Halbjahr 2025 sank die Zahl auf 104.012 – ein Rückgang von ca. 40 %. (Quelle BAMF)
  • Binnenvertreibungen durch Naturkatastrophen: 2024 mussten 45,8 Millionen Menschen ihr Zuhause aufgrund klimabedingter Ereignisse verlassen. (Quelle UNO Flüchtlingshilfe)

Ursachen der Flucht
  • Kriege und Konflikte: Hauptgründe bleiben bewaffnete Auseinandersetzungen, etwa im Sudan, Südsudan, in Äthiopien, in Syrien, Afghanistan, im Libanon und in der Ukraine.
  • Klimakrise: Dürren, Stürme und Überschwemmungen führten 2024 zu mehr Binnenvertreibungen als bewaffnete Konflikte. Rund ein Drittel der Vertriebenen floh aus klimabedingten Gründen wie beispielsweise in Äthiopien.
  • Perspektivlosigkeit und Armut: Besonders in Staaten mit schwachen politischen Strukturen spielt dies eine wachsende Rolle.

Nöte und Hintergründe
  • Binnenvertriebene: Fast 60 % der Geflüchteten bleiben in ihrem Heimatland – oft ohne rechtlichen Schutz und in extrem prekären Bedingungen.
  • Nachbarländer: 70 % der internationalen Flüchtlinge suchen Schutz in Nachbarstaaten, die selbst häufig überlastet sind.
  • Kinder und Jugendliche: Stellen knapp 40 % aller Geflüchteten und sind besonders gefährdet.
  • Finanzierung: Kürzungen bei internationalen Gebern wie USAID gefährden lebenswichtige Hilfsprogramme.

Vergleich mit den Vorjahren
  • 2011: rund 42,5 Millionen Menschen auf der Flucht.
  • 2024: mehr als 123 Millionen – ein Anstieg um fast 200 % in 13 Jahren.
  • Binnenvertreibungen durch Naturkatastrophen haben sich in den letzten Jahren verdoppelt.

Flucht und die Nachhaltigkeitsziele – eine globale Herausforderung

Vereinte Nationen

Flucht ist heute das Ergebnis komplexer, sich überlappender Krisen: Kriege, politische Instabilität, Klimaveränderungen und soziale Not treiben Millionen Menschen in die Flucht. Eine würdige Rückkehr oder Integration bleibt vielerorts ungewiss – die internationale Gemeinschaft steht vor enormem Druck.

Flucht und Vertreibung sind eng mit den Globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals) verbunden. Sie zeigen, wo Armut, Ungleichheit, Hunger, fehlende Stabilität und Klimawandel besonders drastische Folgen haben. Die aktuellen UN-Berichte machen deutlich: Steigende Fluchtbewegungen gefährden die Erreichung mehrerer SDG und sind zugleich ein Spiegel gesellschaftlicher Krisen.

Geflüchtete verlieren meist ihr gesamtes Hab und Gut. humedica unterstützt Familien mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Koch- und Wärmematerial sowie medizinischer Hilfe – und schafft durch einkommensschaffende Maßnahmen Perspektiven für einen Neuanfang.
Hunger ist eine der größten Gefahren für Menschen auf der Flucht. Besonders Kinder sind von Mangelernährung bedroht. Neben akuter Nothilfe gehört auch die Unterstützung landwirtschaftlicher Initiativen zu unseren Projekten, um Familien nachhaltig zu stärken.
Auf der Flucht haben Menschen oft keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung. Neben akuten Verletzungen kümmern humedica-Ärzte und Pflegekräfte sich um chronische Erkrankungen. Auch die psychische Gesundheit spielt eine große Rolle, vor allem für Kinder und Frauen.
Bildung bedeutet nicht nur Schulunterricht, sondern auch Wissen, das Menschen in Krisen- und Fluchtsituationen schützt und stärkt. humedica fördert in gezielten Schulungen das Gesundheitspersonal vor Ort und vermittelt Fähigkeiten für die Zukunft.
Menschen auf der Flucht gehören zu den verletzlichsten Gruppen weltweit. humedica setzt sich dafür ein, dass Binnenvertriebene Zugang zu Trinkwasser erhalten und mit Schulungen ihre Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt stärken können.
2024 mussten mehr Menschen wegen Dürren, Stürmen und Überschwemmungen ihre Heimat verlassen als durch bewaffnete Konflikte. humedica stellt Saatgut, Schulungen zu klimaangepassten Anbaumethoden, sauberes Trinkwasser und Hygienepakete bereit.
Ohne Frieden und funktionierende Institutionen bleiben Fortschritte beim Erreichen der Ziele unerreichbar. humedica nutzt und unterstützt Strukturen vor Ort, um medizinische Hilfe zu leisten. So verhindern wir, dass Mangel und Verzweiflung Konflikte weiter verschärfen.
Flucht und Vertreibung können nur durch Zusammenarbeit bewältigt werden. humedica arbeitet eng mit Länderbüros, Schwesterorganisationen, lokalen Partnern, Behörden und internationalen Organisationen zusammen, um Hilfen effizient einzusetzen.
Helferin von humedica im Gespräch mit Flüchtling

Wie humedica Geflüchteten hilft

Vereinte Nationen
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Sudan – Hilfe im Bürgerkrieg

Seit 2023 eskalieren die Kämpfe zwischen Militär und Milizen im Sudan. Millionen Menschen sind auf der Flucht im eigenen Land. Hunger und fehlende medizinische Versorgung prägen das Leben der Binnenvertriebenen.

Ausstattung von Gesundheitseinrichtungen (z.B. Medikamente, Verbandsmaterial, technische Geräte)
Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals
Übernahme von Facharztbehandlungen in nahegelegenen Kliniken
Nahrungsmittelpakete für Binnenvertriebene und Nahrungsergänzung für Kinder unter fünf Jahren
Sanierung und Instandsetzung von Latrinen, Waschräumen und Abfallentsorgungsbehältern
Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und Hygienematerialien

Ultraschalluntersuchung durch mobiles Ärzteteam – medizinische Nothilfe im Krieg (Ukraine)

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Ukraine – Gesundheit in Kriegszeiten

Der Krieg in der Ukraine zerstört seit 2022 das Leben von Millionen Menschen. Viele sind im eigenen Land auf der Flucht, leiden unter fehlender medizinischer Versorgung und traumatischen Erlebnissen.

Mobile Ärzteteams mit Diagnostik und Fachbehandlungen
Ausgabe von Medikamenten und zahnärztliche Versorgung
Psychologische Hilfe
Frauenhilfe und Beratung in Notunterkünften
Sensibilisierung gegen Diskriminierung und Stigmatisierung

Ein Junge bekommt eine Prothese – Wiederherstellung von Mobilität und Würde (Syrien)

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Syrien – Gesundheit in der Krise

Über 13 Jahre Bürgerkrieg und das Erdbeben 2023 haben das syrische Gesundheitssystem zerstört. Millionen Menschen in Nordwest-Syrien sind auf Hilfe angewiesen. Kliniken schließen wegen fehlender Mittel – eine Rückkehr zu stabilen Strukturen ist nur mit internationaler Unterstützung möglich.

Aus- und Weiterbildung von Fachkräften (z. B. Kinderheilkunde, Innere Medizin, Gynäkologie)
Ausstattung und Betrieb von Gesundheitszentren
Mobile Klinikbusse für Diagnose und Akutversorgung
Versorgung von Menschen mit Behinderungen (Prothesen, Hörgeräte, Brillen)
Verteilung von Medikamenten und Standardisierung der Behandlungen
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Südsudan – Gesundheit und Wasser

Seit Jahren zwingen Bürgerkrieg, Hunger und Überschwemmungen Millionen Menschen im Südsudan zur Flucht. Auch Geflüchtete aus dem benachbarten Sudan suchen Schutz in überfüllten Lagern. Dort fehlt es an fast allem – besonders an medizinischer Hilfe und sauberem Trinkwasser.

Verteilung von Hilfsgütern wie Hygieneartikeln
Behandlung und Beratung bei Unterernährung
Bau und Sanierung von Wasseranlagen für sauberes Trinkwasser
Einrichtung und Verwaltung von Sanitär- und Hygieneeinrichtungen
Medizinische Grundversorgung und Bereitstellung von Medikamenten
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Tschad – Psychosoziale Hilfe

Seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Sudan im April 2023 sind Hunderttausende Menschen in den benachbarten Tschad geflohen. Besonders Frauen und Kinder suchen hier Schutz vor Gewalt, Hunger und Ausbeutung. Viele sind schwer traumatisiert – sie brauchen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch psychologische Hilfe und Sicherheit.

Psychosoziale Betreuung und individuelle Beratung für Geflüchtete
Schulungen für Gesundheitsmitarbeitende und Lehrkräfte zu psychischer Gesundheit
Geschützte Räume und Hygiene-Sets für Frauen, Kinder und ältere Menschen
Medizinische Behandlung und Überweisungen an psychiatrische Einrichtungen
Aufklärungstrainings, um das Stigma psychischer Erkrankungen abzubauen

Hoffnung für Menschen auf der Flucht

Millionen Geflüchtete haben alles verloren. Mit Ihrer Spende helfen Sie Familien, die dringend auf medizinische Versorgung, Nahrung und sichere Unterkünfte angewiesen sind. Jeder Beitrag schenkt Schutz und eine neue Perspektive.

Unterstützen Sie Menschen in Not!

Betrag
Rhythmus

Mit 54 € versorgen Sie eine Familie einen Monat lang mit den wichtigsten Lebensmitteln.

Fairpicture / iAko Randrianarivelo

Mit 103 € stellen Sie im Katastrophenfall einer Familie eine Notunterkunft bereit.

humedica

Mit 308 € helfen Sie einer Frau Imkerin zu werden und selbstbestimmt zu leben.

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