Zwei Fahrten mit der Materialseilbahn waren nötig, um 110 Decken vom Prinz-Luitpold-Haus ins Tal zu bringen. Von dort führte ihr Weg weiter zu humedica nach Kaufbeuren. Im Notfalllager der Hilfsorganisation stehen sie künftig für internationale Katastropheneinsätze bereit.
Die Decken stammen aus dem Bestand der Berghütte, die auf 1.846 Metern Höhe am Fuße des Hochvogels liegt und von der Sektion Allgäu-Immenstadt des Deutschen Alpenvereins betrieben wird. Bei einer Bestandsaufnahme hatte sich gezeigt, dass mehr Ersatzdecken vorhanden waren als benötigt.
Die Decken aus dem Prinz-Luitpold-Haus wurden von der Sektion Allgäu-Immenstadt des Deutschen Alpenvereins an humedica gespendet.
Hüttenwirt Christoph Erd schlug vor, die überschüssigen Decken an humedica weiterzugeben.
Ich kenne humedica schon lange durch meinen Vater und weiß, wie schnell die Organisation nach Katastrophen Hilfe leisten kann. Deshalb war für uns schnell klar, dass die Decken dort genau richtig sind. So können sie Menschen zugutekommen, die nach einer Katastrophe alles verloren haben.
Hüttenwirt des Prinz-Luitpold-Hauses Christoph Erd mit Michael Fracaro, Geschätfsführer des DAV Allgäu-Immenstadt
Drei Mitarbeitende der DAV-Sektion sowie sechs haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer von humedica übernahmen gemeinsam den Transport. Ein Teil des Teams brachte die Decken mit der Materialseilbahn ins Tal. Dort wurden sie entgegengenommen und in Fahrzeuge von humedica verladen.
Am folgenden Tag reinigten die Wertachtal-Werkstätten die Decken und bereiteten sie für ihren künftigen Einsatz vor.
„Christoph Erd hatte die Idee, die überschüssigen Decken zu spenden. Diese haben wir gerne aufgegriffen, denn wir wollten die Decken sinnvoll weitergeben und damit Menschen in Not unterstützen“, sagt Michael Fracaro, Geschäftsführer der DAV-Sektion Allgäu-Immenstadt.
Im Notfalllager von humedica werden Hilfsgüter für Einsätze nach Erdbeben, Überschwemmungen und anderen Naturkatastrophen vorgehalten. Wenn Menschen ihr Zuhause verlieren, gehören warme Decken häufig zu den zuerst benötigten Hilfsgütern.
„Wir freuen uns sehr über diese großzügige Spende“, sagt humedica-Mitarbeiterin Susanne Engelhart. „Mit den Decken können wir unseren Lagerbestand wieder auffüllen und im Ernstfall schnell reagieren. Für Menschen, die oft innerhalb weniger Minuten ihr gesamtes Hab und Gut verlieren, bedeutet eine warme Decke weit mehr als nur Schutz vor Kälte – sie vermittelt auch ein wenig Geborgenheit.“
So erhalten die 110 Decken aus dem Prinz-Luitpold-Haus eine neue Aufgabe: Sie sind vorbereitet, wenn Menschen nach einer Katastrophe schnelle und praktische Unterstützung brauchen.