Gynäkologin Adela wollte unbedingt in ihren Heimatort Luduș zurückkehren, um den Menschen dort zu helfen.
Adela schaut kritisch auf die Werte des Wehenschreibers. Sie runzelt kurz die Stirn, dann nickt sie zufrieden. Die Geburt bei ihrer Patientin verläuft gut.
Der Wehenschreiber – auch Cardio-Tokografie, kurz CTG genannt – informiert Adela über die Herztöne und Wehen der Gebärenden im Krankenhaus im rumänischen Luduș. „Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es ein mobiles CTG“, träumt die Gynäkologin. „Dann könnten sich die Patientinnen während der Geburt weiterhin bewegen und den Schmerz so besser verarbeiten. Jetzt müssen sie liegen bleiben, wenn ich ihre Werte im Auge behalten möchte.“
Auf diesem gynäkologischen Stuhl werden die Frauen von Adela untersucht
Trotzdem freut sich Adela, dass sie ihre Patientinnen so gut versorgen kann. Dazu gehören auch die schönen, freundlichen Zimmer, die die frisch gebackenen Mütter nach der Geburt beziehen können. Der Nachwuchs kann dabei bei ihnen im Raum bleiben – oder, wenn es notwendig sein sollte – medizinisch anderweitig versorgt werden.
Selbstverständlich ist das im ländlichen Rumänien nicht: Lange gab es selbst einfachste Verbrauchsmaterialien wie beispielsweise Einweghandschuhe nicht in ausreichender Menge. Und auch jetzt ist die Situation nicht leicht für kleinere Krankenhäuser auf dem Land: „Wir sind sehr dankbar für die Verbrauchsmaterialien, die wir von humedica erhalten“, freut sich Adela. „Verbrauchsgüter wie Einweghandschuhe sind essenziell für die Hygiene, aber in der Summe auch teuer.” Oft fehlt dann das Geld für andere, genauso wichtige medizinische Versorgung.
Besonders öffentliche Krankenhäuser spüren hier einen finanziellen Druck. In Rumänien gehen immer mehr Menschen in private Kliniken und bezahlen viel Geld für Standard-medizinische Behandlungen. Viele, die im eher ländlichen Raum leben, können sich das aber gar nicht leisten. Sie sind auf eine gute Versorgung durch öffentliche Krankenhäuser wie in Luduș angewiesen.
Mütter werden bei der Geburt im Krankenhaus in Luduș gut versorgt
Adela hat noch viele Ideen, wie sie das Leben der Menschen in der Region verbessern könnte. Zum Beispiel ist eine Ambulanz für das Krankenhaus geplant.
Die Gynäkologin stammt selbst aus Luduș. „Viele Ärzte gehen nach dem Studium in große Städte mit großen Kliniken. Ich wollte aber unbedingt zurückkommen. Mir liegen die Menschen hier am Herzen“, verrät sie, woher sie ihre Inspiration nimmt.