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Einsatzkräfte bei einer Einsatzübung in Hünxe

So schützt humedica Einsatzkräfte und Patienten

Nachbeben, Unruhen oder ein Autounfall: Im Einsatz gibt es für humedicas Einsatzkräfte viele Gefahren. Wie humedica sich und ehrenamtliche Einsatzkräfte bestmöglich darauf vorbereitet.

Die Vorbereitungen für einen Einsatz beginnen lange vor einer Katastrophe: humedica hält sich an internationale Sicherheitsstandards, bereitet Sicherheitskonzepte vor und trainiert Einsatzkräfte. „Zuerst versuchen wir immer, Gefahren so gut es geht zu vermeiden“, erklärt humedica-Mitarbeiter Damien Marion, interner Ansprechpartner bei Sicherheitsfragen.

Recherche für einen sicheren Einsatz

Dazu recherchiert humedica intensiv: Auf welche politischen Lager könnten Einsatzkräfte treffen? Wie schätzen das Auswärtige Amt, Sicherheitsberater und Webseiten, die auf Sicherheit spezialisiert sind, die Lage im jeweiligen Land ein? 

„Die Gefahren können von einem Autounfall bis zu einem politischen Putsch reichen. Wir schätzen ab, wie wahrscheinlich es ist, dass eine kritische Situation eintritt und welche Auswirkungen sie hat. Ein Autounfall beispielsweise kann häufig auftreten. In manchen Ländern ist die medizinische Versorgung so schlecht, dass sich daraus lebensgefährliche Situationen ergeben können. Wir empfehlen daher, nur mit einem Fahrer, der die Straßenverhältnisse kennt, und in gut gewarteten Autos zu fahren“, gibt Marion einen Einblick.

Training für Einsatzkräfte

Eine große Rolle spielt auch das Einsatzkräftetraining. Hier werden die Einsatzkräfte auf potenzielle Gefahren vorbereitet. Das Ziel ist, sich selbst, aber auch mögliche Gefahrensituationen kennenzulernen. „Dafür spielen wir unter anderem Szenarien durch, die häufig vorkommen. Die Einsatzkräfte können so in einer sicheren Umgebung auch ihre eigenen Belastungsgrenzen austesten“, weiß Marion. Denn belastende Situationen gibt es nach einer Katastrophe mehr als genug: Sei es, dass ein Patient leider verstirbt oder man selbst ein Nachbeben miterleben muss.

Außerdem lernen die zukünftigen Helferinnen und Helfer, wann Gefahren entstehen können und wie man am besten darauf reagiert. So kann es nach einer Katastrophe einen großen Andrang auf die medizinischen Einsatzkräfte geben. Um dann Chaos und im schlimmsten Fall weitere Verletzte zu verhindern, lässt sich vor Ort ein Personen-Leitsystem einrichten.

Sicherheitsstandards retten Leben

Ein Personen-Leitsystem mag zwar sehr bürokratisch klingen, aber besonders im Einsatz helfen solche einfachen Maßnahmen, Leben zu retten. „Vorkehrungen, die wir aus der Arbeitssicherheit kennen, beispielsweise die sichere Verwahrung von medizinischen Produkten, die Einhaltung von Hygienestandards oder das Erstellen von Evakuierungsplänen sind im Einsatz genauso sinnvoll und wichtig wie in einer Arztpraxis in Deutschland. So lassen sich viele vermeintlich kleine Unfälle vermeiden“, erklärt Marion.

Bedeutet Sicherheit im Einsatz also doch nichts anderes als hier im Alltag? „Nicht ganz“, verrät Marion. „Es gelten unter anderem Mindeststandards für die Sicherheit vor Ort. Das bedeutet, dass wir, wie bereits erwähnt, nicht selbst Auto fahren und auch den öffentlichen Nahverkehr aufgrund der eher schlecht gewarteten Busse vermeiden. Selbst das Essen kann für europäische Mägen eine Herausforderung sein. Außerdem halten wir uns selbstverständlich an geltende Gesetze und Ausgangssperren. Gleichzeitig sind wir im ständigen Austausch mit unseren Partnern im Land.“

Die Sicherheitslage richtig einschätzen

Dieser Austausch mit dem ortsansässigen Partner ist besonders sicherheitsrelevant. „Aktuelle Informationen sind sehr wichtig. So erfahren wir: Wo könnten Demonstrationen sein? Wo gibt es gerade sporadische Checkpoints? Wo sind Straßen zum Beispiel nach einer Naturkatastrophe blockiert? Deshalb arbeiten wir zusätzlich mit externen Sicherheitsexperten zusammen, die ein großes Netz an Informanten haben“, umreißt Marion einige Sicherheitsmaßnahmen, die greifen, sobald ein Einsatz stattfindet.

Auch die Einsatzkräfte selbst sind für die Einschätzung der Lage vor Ort relevant. Sie haben Einblicke in die aktuelle Situation. „Wenn eine Einsatzkraft sagt: Hier gehe ich nicht weiter, hier ist es zu gefährlich, dann ist dort auch Schluss“, erklärt Marion. Gleiches gilt auch andersherum: Wenn humedica eine Gefahr erkennt, dürfen die Einsatzkräfte sie keinesfalls missachten. Mit diesem doppelten Netz wird zusätzliche Sicherheit für alle Beteiligten während des Einsatzes geschaffen.

Sollte trotz der Vorkehrungen im Vorhinein und während des Einsatzes etwas passieren, bleibt niemand allein mit der akuten Gefahrensituation. So können Einsatzkräfte beispielsweise nach Hause transportiert werden, sollten sie krank werden oder sich verletzt haben. „Trotz aller Vorkehrungen kann man manche Dinge nicht kontrollieren, zum Beispiel einen Autounfall mitten im Nirgendwo. Dieses Restrisiko müssen wir als Hilfsorganisation und auch unsere Einsatzkräfte akzeptieren“, ergänzt Marion.

Drei Schritte für mehr Sicherheit im Einsatz

Schritt 1: Den Einsatz vorbereiten und Gefahren vermeiden

Alle Beteiligten bereiten sich auf einen potenziellen Einsatz vor: Einsatzkräfte trainieren und humedica holt so viele Informationen wie möglich ein – damit im Einsatz alle wissen, was sie tun müssen und können.

Schritt 2: Risiken minimieren und mit ihnen umgehen

Im Einsatz wissen alle, wie mit Gefahren umzugehen ist. Wo es möglich ist, werden Gefahrenquellen dadurch ausgeschaltet. Internationale Sicherheits- und Hygienestandards werden eingehalten.

Schritt 3: Bei einem Sicherheitsvorfall ausreichend Schutz bieten

Sollte es trotz aller Vorkehrungen zu einem sicherheitsrelevanten Vorfall kommen, erhalten die Beteiligten die Hilfe, die sie benötigen. Eine weitere Verschlechterung der Situation wird damit möglichst verhindert.

Einsatzkräfte bei einer Einsatzübung in Hünxe