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Musa und seine Familie im Niger

Musa ist in Tchintabarden geboren und aufgewachsen. Sein Leben führte ihn nach Burkina Faso, nach Nigeria und wieder zurück in die Heimat. Heute sitzt er in seinem Hof und flechtet Schnüre aus Stoffresten. Stück für Stück reichen ihm seine Kinder das Material. Allein sieht er es kaum noch.

Stück für Stück reichen Musas Kinder das Material zum Flechten.

Apsatou Bagaya

Früher fuhr Musa mit dem Fahrrad von Markt zu Markt. Er verkaufte, was er geflochten hatte, und konnte wenigstens etwas verdienen. Heute ist das kaum noch möglich. Er ist körperlich behindert, seine Sehkraft wird immer schlechter. „Ich weiß nicht, was ich tun soll“, sagt er. „Ich vertraue auf Gott.“

Wie Sorgen die Familie belasten

Was ihn am meisten belastet, ist nicht seine eigene Krankheit. Es ist die Frage, wie seine Kinder am nächsten Morgen essen sollen. Sein Sohn Abdou geht in die vierte Klasse. Doch Hunger und Sorge haben ihn zurückgeworfen. Als Musa sieben Monate zur Behandlung in Nigers Hauptstadt Niamey musste, fehlte zu Hause jemand, der sich kümmern konnte. Abdou gab die Schule im Lauf des Jahres auf und wiederholt nun die Klasse.

Auch die anderen Kinder möchten lernen. Doch mehrere von ihnen sind behindert. Der Weg zur Schule ist für sie schwer. Musa wünscht sich eine Fahrradhilfe, damit sie den Unterricht erreichen können. Vor allem wünscht er sich, dass sie nicht den Weg gehen müssen, den er selbst gehen musste: betteln.

Musas Kinder sollen es besser haben

Die Freude über neue Kleidung ist groß und zeigt, wie viel selbst kleine Hilfen bewirken

Apsatou Bagaya

Dass humedica sich um Menschen wie ihn kümmert, freut Musa. Menschen mit Behinderung sind in einem, Land wie Niger quasi unsichtbar. Gemeinsam mit der örtlichen Partnerorganisation ADKOUL will humedica das ändern und schult die Menschen in einem respektvollen Miteinander. Für Musa und seine Familie bedeutet Hilfe nicht nur Versorgung. Sie bedeutet Hoffnung, Bewegung, Schule – und die Chance, Würde zu bewahren.

„Ich habe gebettelt, ich kenne das Leid“, sagt Musa. „Betteln erniedrigt dich.“ Dann sagt er, was ihm am wichtigsten ist: „Ich möchte meinen Kindern das ersparen.“