Zwei Männer bei der Arbeit in ihrem Küchengarten in Pakistan
Um den Menschen zu helfen, sich besser gegen künftige Katastrophen zu schützen, sind langfristige Lösungen gefragt. In der südlichen Provinz Sindh – damals eine der am stärksten betroffenen Regionen – werden genau solche Maßnahmen umgesetzt: Sie ermöglichen Familien wie der von Khairul* und Mahira* nicht nur, sich von der Flut zu erholen, sondern auch ihre Zukunft aktiv zu gestalten.
Die finanzielle Unsicherheit und die Sorge, wie er seine Familie ausgewogen ernähren soll, gehören für Khairul inzwischen der Vergangenheit an. Dank der Unterstützung von humedica und der lokalen Partnerorganisation Pak Mission Society konnte er für seine Familie einen Küchengarten anlegen, in dem er eigenes Gemüse anbaut. Diese Gärten erweitern die Nahrungspalette und setzen auf klimaresistente Samen – robuste Gemüsesorten, die auch bei ungünstigen Wetterbedingungen gedeihen. In praxisnahen Schulungen erlernen die Teilnehmenden moderne, klimaangepasste Anbaumethoden, sowie die optimale Pflege und Bewässerung ihrer Gemüsepflanzen. Mit einfachen, aber effektiven Hilfsmitteln wie Gießkannen, Harken und Düngemitteln gelingt die Bewirtschaftung des eigenen Küchengartens.
Heute wachsen in Khairuls Garten je nach Saison verschiedenste Gemüsesorten: Okra, Süßkartoffeln, Chili und Gurken im Sommer, Kohl, Spinat, Radieschen und Bohnen im Winter – eine bunte Palette an biologisch angebautem Gemüse, welches für eine ausgewogene Ernährung sorgt. Khairul ist begeistert von seiner vielfältigen Ernte das ganze Jahr über:
"Die Gartenutensilien und Samen haben einen großen Unterschied für mich und mein Leben gemacht. Jetzt baue ich nahrhaftes Gemüse zu Hause an, spare Geld und ernähre meine Familie gesund. Das bringt uns so viel Freude und Hoffnung. Ich bin sehr glücklich über diese Unterstützung!"
Früher war Khairul gezwungen, lange Wege auf sich zu nehmen, um auf dem Markt Obst und Gemüse für seine achtköpfige Familie zu kaufen – ein zeitintensives und kostspieliges Unterfangen. Heute erntet er täglich frisches Gemüse aus dem eigenen Garten. Den Überschuss verkauft er und verdient an diesen Tagen zusätzlich 500 Rupien – das sind etwa 1,74 Euro. Diese Veränderung hat nicht nur die finanzielle Situation seiner Familie verbessert, sondern auch neue Hoffnung und Stolz in ihr Leben gebracht.
Diese Küchengärten versorgen die Familien mit saisonalem Gemüse
Neben der Selbstversorgung durch die Küchengärten, die den Familien wie der von Khairul eine neue Perspektive geben, ist auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser entscheidend, um ihre Lebensgrundlagen langfristig zu stärken.
Mahira* und ihre Gemeinschaft im Dorf Radhu Kachi in der Provinz Sindh hatten lange mit dem Mangel an sauberem Trinkwasser zu kämpfen, der durch die Flutkatastrophe noch verschärft wurde. Jeden Tag musste sie kilometerlange Strecken zu Fuß zurücklegen, um Wasser von der nächstgelegenen Stelle zu holen – welches zudem noch verunreinigt und mit Schadstoffen belastet war. Für die Gesundheit und die gesamte Lebenssituation der Dorfgemeinschaft war das fatal.
Doch auch das ist glücklicherweise Geschichte: Keine langen Wege mehr zum Wasserholen, denn das gibt es nun direkt vor der Haustür. Über das Gesicht von Mahiras Tochter Rana* breitet sich ein Grinsen aus, als sie sich einen Becher Trinkwasser aus dem neuen Filter zapft. Ein einfaches, aber effektives Filtersystem sorgt dafür, dass das Wasser auf natürliche Weise durch Sand und Steine gereinigt wird – eine nachhaltige Lösung, die auch ohne technisches Fachwissen funktioniert und langfristig betrieben werden kann.
Für Mahira, ihre Tochter Rana und die anderen Dorfbewohner hat sich das Leben enorm verbessert. Weniger Krankheiten, mehr Zeit für die Familien und eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität – diese kleine, aber entscheidende Maßnahme zeigt eine große Wirkung.
Rana hat endlich sauberes Wasser - ohne lange Wege
Gemeinsam mit unserem lokalen Partner unterstützt humedica die Menschen in Pakistan dabei, ihre Lebensgrundlagen zu sichern und diese widerstandsfähiger gegen zukünftige Katastrophen zu machen. Ihre Spenden machen es möglich, die Gemeinden zu stärken, damit sie Katastrophen besser bewältigen und sich von diesen erholen.