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Infos zu Sri Lanka

Geschichte

Die Geschichte Sri Lankas reicht bis in vorhistorische Zeiten zurück. Die älteste belegbare Geschichte beginnt um 380 vor Ch. In dieser Zeit entwickelt sich Anuradhapura zur ersten königlichen Hauptstadt. Im Jahre 1505 sind es die Portugiesen, die als erste Europäer ihren Fuß auf Sri Lanka setzen. Im Jahre 1656 folgen die Holländer. Von 1795 - 1818 wurde das Königreich von den Briten eingenommen und ihre Herrschaft über die ganze Insel ausgebreitet. Die britische koloniale Herrschaft dauerte bis zum Jahre 1948. In den folgenden Jahren ging Sri Lanka in die Unabhängigkeit. 1972 wird aus dem Namen "Ceylon" die "Republik Sri Lanka".

Größe und Bevölkerung

Sri Lanka hat ungefähr die Größe Bayerns mit einer Bevölkerung von ca. 19 Millionen Menschen. 75 % davon leben auf dem Lande, der Rest in den Städten.

Sprachen

Sri Lanka hat drei Nationalsprachen - Singhalesisch, Tamilisch und Englisch. Die Bildungsrate von 86% ist eine der höchsten in Asien überhaupt.

Klima

Sri Lanka ist ein typisches tropisches Land mit zwei Monsunregen: aus Südwest und aus Nordost. Die Durchschnittstemperaturen schwanken um 28°C.

Der Norden: Ein Paradies kommt nicht zur Ruhe

Die singhalesische Mehrheit lebt seit 2000 Jahren in Rivalitäten mit der tamilischen Minderheit. Tamilen aus Südindien überquerten im Laufe der Geschichte die Meerenge nach Sri Lanka, und die Macht singhalesischer Könige reichte bis nach Indien. Während der britischen Kolonialzeit (1796-1948) wanderten mehr als eine Million Tamilen von Indien nach Sri Lanka ein, sie arbeiteten in dieser Zeit unter sklavenartigen Bedingungen auf den Teeplantagen des zentralen Hochlandes. In den fünfziger Jahren wurden ihnen sogar die Bürger- und Wahlrechte entzogen. 1965 wurde, unter dem Staatschef Solomon Bandaranaike, Singhalesisch zur Amtssprache und damit die Ausgrenzung den Tamilen weiter auf die Spitze getrieben. 1970 kam es zu ersten Gewalttaten, es formierte sich auf Seiten der Tamilen militanter Widerstand, bis es 1983 zum Bürgerkrieg zwischen singhalesischer Armee und der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) kam. Immer wieder wurde der Versuch unternommen, einen Waffenstillstand zu schließen. Ständig kam es zu Flüchtlingsbewegungen, der umkämpfte Norden Sri Lankas wird stark in Mitleidenschaft gezogen. 2001 bis 2005 gab es vorübergehend einen Waffenstillstand, ohne dass es zu einer stabilen politi-schen Lösung gekommen wäre. Seit Sommer 2006 war die A9, die Hauptverbindungsstraße nach Jaffna von der Armee gesperrt und Waren und Personen kamen nur per Schiff oder Flugzeug auf die Halbinsel, was massive Teuerung und oft auch Mangel zur Folge hat. Im Mai 2009 wurde der Krieg beendet, aber um die 300.000 Menschen leben in Camps und der Wiederaufbau des zum Teil zerstörten Landes wird noch dauern. Bis Ende November wurden ca. 60.000 freigelassen. Die Hauptstraße wurde im Juni 09 für Lastwägen nun teilweise wieder freigegeben.

Die Jaffna-Halbinsel

Die Jaffna-Halbinsel war bis zur Kolonisation durch die Briten von den singhalesischen Königreichen weitgehend unabhängig. Seit der Staatsgründung von 1948 kämpfen die Tamilen um eine eigene Nation. Unter der Staatspräsidentin Chandrika Kumaratunga (Tochter des 1959 ermordeten Regierungschefs Salomon Bandaranaike) kam es 1995 zu einer militärischen Offensive der singhalesischen Armee, bei der die Jaffna-Halbinsel von der Regierungsarmee zurückerobert wird. Seit der Wahl von M. Rajapakse zum Präsidenten im November 2005 hat sich der Kurs der Regierung gegenüber der LTTE wieder verschärft. Zwanzig Jahre Bürgerkrieg haben so den Norden von Sri Lanka geprägt: Flüchtlingsströme, unbeschreibliches menschliches Leid, Verlust von Müttern, Vätern und Kindern, ein zerstörtes Zuhause, keine Arbeit, keine Heimat. Anders als im Süden gibt es hier keinen Tourismus, keine Industrie, Landwirtschaft und Fischerei sind die einzigen spärlichen Erwerbszweige.

Zusätzlich zu den Kriegswirren wurde die Region durch den Tsumani vom 26.12.2004 in strukturelle und menschliche Tiefen gerissen. Die Nordostküste der Jaffna-Halbinsel gehört zu den am stärksten betroffenen Regionen dieser Naturkatastrophe. Besonders der Fischfang kam durch die Zerstörung der Häfen und Boote völlig zum Erliegen. Trotz vieler neuer Boote aus Tsunamihilfe wurde er in den letzten vier Jahren durch massive militärische Sicherheitsbestimmungen wegen der Unruhen stark eingeschränkt. Die Fischer durften nur an bestimmten Wochentagen und nur in unmittelbarer Küstennähe fischen. Das Benutzen von Motorbooten zur Fischerei wurde wieder verboten, deswegen fischten die Menschen wie seit vielen hundert Jahren mit den traditionellen Katamaran-Holzbooten. Die Ausbeute blieb gering. Seit 22.6.2009 ist das Fischen wieder 24h und auch mit Motorbooten erlaubt.

Point Pedro / Valveditturai

Die Hafenstadt Point Pedro und die weiter westlich gelegenen Fischerdörfer Valveditturai, Koddady, Senthamkulam und Myliddy wurden von der Tsunami-Welle besonders stark zerstört. Tausende Menschen verloren ihr Leben, tausende Fischerfamilien ihre Häuser und Boote und damit die Existenzgrundlage. Der Wiederaufbau funktionierte nur in enger Kooperation mit den lokalen Fischerkooperativen und den Gemeindeleitungen. Die Familien wurden aktiv in die Baumaßnahmen miteingebunden.

Mit Ihrer Hilfe in Form einer Patenschaft soll den Opfern der Katastrophe, die oft auch schon seit Jahren Kriegsflüchtlinge sind, langfristig wieder zu einer selbständigen Existenz verholfen werden. Viele unserer Patenfamilien leben z.B. seit Jahren in provisorischen Unterkünften, die sie als Flüchtlinge erhalten hatten. Weitere aktuelle Informationen über unsere Projekte in Sri Lanka finden Sie ">hier.