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Mit Fleiß und Ordnung im Einsatz für Menschen in Not

Ein Besuch in der humedica-Apotheke: "Ordnung ist das halbe Leben." Ein Sprichwort, das in kaum einem anderen Zusammenhang so sehr zutrifft wie in der humedica-Apotheke. Mit Sorgfalt und Genauigkeit werden hier die Medikamente für die Hilfseinsätze weltweit gelagert. So geordnet der Ablauf ist, so spontan sieht oft der Alltag aus.

Ein Besuch in der humedica-Apotheke: "Ordnung ist das halbe Leben." Ein Sprichwort, das in kaum einem anderen Zusammenhang so sehr zutrifft wie in der humedica-Apotheke. Mit Sorgfalt und Genauigkeit werden hier die Medikamente für die Hilfseinsätze weltweit gelagert. So geordnet der Ablauf ist, so spontan sieht oft der Alltag aus.

Dienstagmorgen, acht Uhr. Vor der Eingangstür stapeln sich die Kisten. Das Team der humedica-Apotheke beginnt mit der Arbeit.

Eine große Palette von verschiedenen Medikamenten liegt in dem großen Raum, daneben liegen viele kleine Kisten; auf jeder steht eine Zahl. Die 12 Mitarbeiter sortieren, nummerieren und ordnen ein.

Jede Schachtel, ob Tabletten, Kapseln oder Pillen, werden registriert und im Lager abgelegt. Haltbarkeitsdatum, Darreichungsform, Name des Herstellers und Lagerungsbestimmungen werden genau festgehalten.

Wie viele Arzneimittel sich dort befinden, kann Leiter Horst Schliedermann nur schätzen. "Es müssten zwischen 2000 und 3000 verschiedene Medikamente sein. Insgesamt lagern hier etwa 90.000 Medikamente."

Daneben, in einem größeren Lagerraum, liegen Verbandsmaterial und chirurgische Instrumente neben Rollstühlen, Krankenbetten und Hygieneartikeln. Die meisten Hilfsgüter sind Spenden von Pharmakonzernen oder Kliniken.

"Unsere Lieferungen unterliegen einer gewissen Willkür", sagt Schliedermann. "Wir können den Spendern ja keinen Wunschzettel schreiben, was wir genau brauchen".

Daneben, in einem größeren Lagerraum, liegen Verbandmaterial und chirurgische Instrumente neben Rollstühlen, Krankenbetten und Hygieneartikeln.

Die humedica-Apotheke besteht überwiegend aus Arzneimittelspenden nach den Leitlinien der WHO. Diese schreiben die genaue Prüfung aller Medikamente vor. Ganz wichtig ist, dass Arzneimittel nur aus erster Hand gespendet werden dürfen.

Andere Spenden, wie aus Arztpraxen dürfen nicht angenommen werden. Für den weltweiten Versand gelten internationale Beschriftungen, damit die Empfänger über das einzelne Medikament aufgeklärt sind.

Darüber hinaus wird die humedica-Apotheke durch den Pharmazierat von Schwaben geprüft. Er begutachtet die gesetzmäßige Ausstattung und Führung der Apotheke. Zum Beispiel dürfen nur Medikamente gelagert werden, die ein bestimmtes Haltbarkeitsdatum nicht unterstreiten. Oder das Lager muss eine bestimmte Temperatur haben, damit alle Wirkstoffe erhalten bleiben.

So gewiss die Bestimmungen sind, so unterliegen die gespendeten Lieferungen "einer gewissen Willkür", sagt Schliedermann. "Wir können den Spendern ja keinen Wunschzettel schreiben, was wir genau brauchen".

Doch die Erfahrung beweist, dass die Apotheke bis jetzt über keine großen Mängel klagen musste. "Natürlich fehlt manchmal etwas, vor allem Verbandmaterial. Aber das wird dann eingekauft." Damit ist jederzeit alles Nötige vorhanden.

Das ist nicht nur für die langfristigen humedica-Projekte wichtig, die regelmäßig nach Bedarf beliefert werden. Besonders die spontanen Katastropheneinsätze sind auf den Bestand und die Ordnung der Apotheke angewiesen.

Denn im Notfall muss es schnell gehen: Innerhalb von wenigen Stunden werden Erste-Hilfe-Koffer gepackt und Medikamente bereit gestellt. Darunter auch das so genannte Medi-Kit 3000.

Entsprechend seinem Namen können bis zu 3000 Bedürftige mit diesem mehrere einhundert Kilo und verschiedene Medikamente umfassenden Paket behandelt werden. Im Gepäck der Ärzte gelangt das Medi-Kit 3000 sofort in das Krisengebiet.

Weitere Medikamente und Hilfsgüter folgen innerhalb der nächsten Tage auf Bestellung der Ärzte, die im Katastrophengebiet einen ersten Überblick haben. Auf diese Weise wird genau das geliefert, was am Ort dringend gebraucht wird.

Nach einem Erdbeben wird zum Beispiel mehr Verbandmaterial gebraucht, als bei einer Epidemiewelle, bei der vorwiegend mit Impfungen und Antibiotika behandelt wird.

Besonders im Notfall beweist sich die gute Arbeit der Apotheke. "Bei uns gibt es wirklich wenige Fehler", sagt Schliedermann mit ein wenig Stolz in der Stimme. "Andere Unternehmen wären neidisch. Unseren Mitarbeitern ist die Arbeit wichtig. Genauigkeit ist hier unumgänglich."

Die penible Ordnung ermöglicht dann die nötige Schnelligkeit. "Dann wird hier alle Routine unterbrochen und sofort zusammengesucht, was für den Einsatz gebraucht wird", sagt Schliedermann.

Das Wissen mit ihrer Arbeit Menschen in Not zu helfen, motiviert die Mitarbeiter zu sorgfältiger Arbeit. Mitten im morgendlichen Durcheinander der Medikamente und Codes von Wirkstoffen und Haltbarkeitsdaten erinnern sie sich immer wieder gerne: "Wir arbeiten nicht für ein Ordnungssystem, sondern für Menschen."