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Mit Starkregen und Windgeschwindigkeiten von 160km/h traf Zyklon Eloise im Januar 2021 auf Land und hinterließ eine Schneise des Leids. Insbesondere in der Hafenstadt Beira und in ländlichen Regionen kam es zu schweren Überschwemmungen. Zahlreiche Menschen wurden obdachlos, ganze Ortschaften überflutet und Gebäude weggeschwemmt. Eloise zerstörte 136.755 Hektar Ernte, viele Schulen und Krankenhäuser und riss tausende Nutztiere in seinen Wassermassen davon.

Fast 80.000 Menschen sind unmittelbar betroffen

„Viele Familien haben durch Eloise alles verloren. Sie benötigen dringend Lebensmittel, aber auch Decken, Zelte und alles andere, was ihnen hilft zu überleben, beispielsweise Kanister zum Transportieren und Tabletten zum Aufbereiten des Trinkwassers“, berichteten die Einsatzkräfte unseres lokalen Partners Joint Aid Management (JAM). „Unser ganz besonderes Augenmerk liegt jetzt auf Familien mit Kindern“. Für viele Betroffenen war der Zyklon eine von vielen Katastrophen in Folge. Zu Ruhe kommen, Vorräte anhäufen oder gar etwas Geld zu sparen, ist in ihrer Situation nicht möglich. Kaum hat sich die Lage beruhigt, müssen sich die Menschen bereits auf eine neue Extremsituation einstellen.

Das Fass droht überzulaufen

Die stetigen Naturkatastrophen fachen die Konflikte um Land und Ressourcen noch zusätzlich an. Was an Grundlagen da ist, wird regelmäßig durch Überschwemmungen zerstört, muss mühevoll wiederaufgebaut werden und wird zusehends knapper. Infolgedessen leidet das Land neben den Klima- und Naturkatastrophen auch unter politischen Unruhen und Gewaltaus-schreitungen und der wachsenden Bedrohung durch islamistischen Terror. Zwei Jahre nach dem letzten verheerenden Zyklon Idai hat sich das Land noch immer nicht erholen können. humedica half damals im ebenfalls betroffenen Nachbarstaat Malawi mit einem Einsatzteam.

Die schnelle Frequenz der Katastrophen stellt eine erhöhte Belastung für die bereits gestressten Ressourcen in den Gebieten dar, die noch immer mit dem Wiederaufbau zu kämpfen haben. Zudem leidet die Bevölkerung unter der Pandemie und ihren teils drastischen Ausmaßen. Die betroffene Bevölkerung ist unter den katastrophalen Bedingungen nicht in der Lage, sich an die notwendigen Hygienekonzepte zu halten. Ständig droht die Gefahr einer Ausbreitung des COVID-Virus und anderer Erreger in den dichtgedrängten Notunterkünften. humedica und unser Partner JAM konnten sich auch dank Ihrer Fördererbeiträge intensiv für die Versorgung mit Nahrung und Trinkwasser, Unterkünften, sanitären Einrichtungen und Handwaschanlagen einsetzen und so vielen Menschen Akuthilfe leisten. Im Fokus stehen nun der Wiederaufbau und die Versorgung durch die eigene Landwirtschaft vor Ort.

Das traurige Schicksal vieler:

Noemia Monomo lebt mit ihrem Mann Antonio und den vier Kindern zusammen in Muanza. Bereits im Vorjahr traf Zyklon Chalane auf ihr Dorf und zerstörte den Großteil ihres Besitzes. Was sie sich seitdem mühevoll aufgebaut hatten sowie die kleine Landwirtschaft, mit der sich die Familie weitestgehend selbst versorgen konnte, riss Zyklon Eloise fort. Kleidung, Geschirr oder gar ein Bett gibt es nicht mehr. In der provisorisch errichteten Grashütte lebt die Familie zu sechst, ohne Schutz und ohne die grundlegendsten Dinge des täglichen Lebens. Von humedica und JAM erhielten sie Lebensmittel, Regenplanen und Koch-utensilien, um die nächsten Wochen durchzustehen.

Alle Fotos: humedica

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