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Eine Gruppe von Männern und Frauen im Niger steht im Halbkreis und schaut in die Kamera
Apsatou Bagaya

Kürzlich fand bei Binta* zu Hause die Taufe ihres Enkelkindes statt. Gäste aus der Familie, Nachbarschaft und unterschiedlichen Gemeinschaften kamen zusammen. Einige brachten Hirse mit, andere Reis oder Gewürze, manche gaben ein paar Scheine – jeder, was er konnte. Ohne diese Unterstützung hätte Binta nicht gewusst, wie sie diesen besonderen Tag gestalten soll.

Auf der Flucht

Binta ist Witwe und Mutter von acht Kindern. Seit drei Jahren lebt die Familie in einem Geflüchtetencamp in der Region Tahoua in Niger. Bewaffnete Konflikte im Land zwangen sie, wie unzählige andere, zur Flucht aus ihrem Heimatdorf – auf der Suche nach Sicherheit, Nahrung, Wasser und neuen Perspektiven.

Ihr Vieh, einst ihre Lebensgrundlage, haben sie verloren. Was blieb, ist die Sorge um das tägliche Auskommen.

Ein geregeltes Einkommen hat die Familie nicht. Zwei der jüngsten Töchter arbeiten als Hausangestellte in der nahegelegenen Stadt Tchintabaraden. Wäsche waschen, Kochen und Putzen gehören zu ihren Aufgaben. Ihren Lohn erhalten sie in Lebensmitteln: meist Hirse oder Reis.

Die Hirse, die sie gestern mitgebracht haben, hat Binta zu Mehl gemahlen und daraus Brei gekocht – Mittagessen für die ganze Familie. 

„Das ist meine tägliche Herausforderung. Wie ernähre ich alle?“

Binta bereitet den Hirsebrei für ihre Familie vor

Apsatou Bagaya

In diesem Umfeld bedeutet Sicherheit nicht, Zukunftspläne oder Rücklagen zu haben. Sicherheit bedeutet, heute genug zu essen zu haben.

Wasser für alle

Diese Sicherheit hängt hier auch stark von Wasser ab. Die Region Tahoua ist sehr trocken, das Wasser ist knapp. Die bestehende Infrastruktur ist überlastet und nicht für die Anzahl der Menschen ausgelegt, die sie dringend benötigen – sowohl Einheimische als auch Geflüchtete.

Porträt von Oona Hubrich

„Niger ist ein sehr gastfreundliches Land, das offen gegenüber Menschen ist, die vor Krieg und Gewalt Schutz und Sicherheit suchen.“

Oona Hubrich, humedica-Projektmanagerin

Mit der steigenden Zahl der Geflüchteten und der überlasteten Infrastruktur steigt jedoch auch das Konfliktpotential. Der Druck auf die Ressourcen kann Spannungen zwischen verschiedenen Gemeinschaften hervorrufen.

Deswegen hat humedica die vorhandenen Wasserstellen optimiert. So haben die Bewohnerinnen und Bewohner des Geflüchtetencamps wieder verlässlichen Zugang zu sauberem Wasser und können es mit Kanistern nach Hause transportieren.

Auch Bintas Familie erhielt einen Wasserkanister, der den Alltag erheblich erleichtert.

Binta füllt Wasser in den Kochtopf – für ihre Familie ist sauberes Wasser wieder verlässlich vorhanden

Apsatou Bagaya

Was die Wasserhilfe konkret bewirkt

Sauberes Wasser bedeutet in der Region Tahoua Entlastung im Alltag und mehr Sicherheit für Familien, die bereits viel verloren haben.

Die Unterstützung durch humedica hilft dabei,

  • den Zugang zu sauberem Wasser verlässlicher zu machen,
  • überlastete Wasserstellen zu verbessern,
  • Wasser sicher nach Hause zu transportieren,
  • Spannungen um knappe Ressourcen zu verringern,
  • Einheimische und Geflüchtete gleichermaßen zu entlasten.

So verbindet die Hilfe in Niger praktische Unterstützung mit einem wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben.

Mehr Infos zum Projekt

Friedliches Miteinander

Gesprächsformate, Vermittlungen und gemeinschaftliche Absprachen helfen, aufkommende Konflikte frühzeitig aufzufangen und Vertrauen aufzubauen.

Oumar* lebt seit drei Jahren in der Ansiedlung in der Nähe der Stadt. Er ist eine Art Vorstand des Geflüchtetencamps und kümmert sich um die Bedürfnisse der Gemeinschaft. Gibt es Spannungen zwischen verschiedenen Gruppen, vermittelt er, sodass der Konflikt friedlich gelöst werden kann.

Dazu wurde Oumar von humedica und der lokalen Partnerorganisation ADKOUL zu den Themen Friedensförderung und Konfliktprävention geschult. Heute ist er Teil des Konfliktpräventionskomitees und fungiert als Bindeglied zwischen den Geflüchteten und den Behörden.

„Wenn es Probleme gibt, bin ich der Ansprechpartner. Die gesamte Gemeinschaft hat mich zu ihrem Vertreter ernannt", erzählt er stolz.

Oumar sorgt dafür, dass die Bedürfnisse der Menschen gehört werden

Apsatou Bagaya

Zusammenhalt als Schutz

Dass Gemeinschaft und Verständnis füreinander Sicherheit geben können, zeigte sich besonders bei der Taufe von Bintas Enkelkind. Menschen aus unterschiedlichen ethnischen Gruppen standen zusammen, halfen und gestalteten den Tag gemeinsam.

Ein Porträt einer Frau aus dem Niger in einem pink-gemusterten Gewand. Sie trägt ein blaues Tuch als Kopfbedeckung, um den Hals eine kleine Tasche. Im Hintergrund ist eine Zeltunterkunft sowie grüne Pflanzen und blauer Himmel zu sehen.

„Alle zusammen, ob groß oder klein – jeder, der konnte, hat mir seine Unterstützung gegeben. Wir leben zusammen. Ich bin eine Witwe ohne Söhne, aber die Gemeinschaft hat mich nicht im Stich gelassen.“

In einer Region, in der vieles unsicher ist, wird genau das zu einer wichtigen Ressource für Sicherheit: Zusammenhalt.

Wie humedica in Niger hilft

humedica unterstützt Menschen in Niger dort, wo Grundbedürfnisse und friedliches Zusammenleben eng miteinander verbunden sind. In der Region Tahoua bedeutet das vor allem: Zugang zu sauberem Wasser verbessern, überlastete Infrastruktur entlasten und lokale Strukturen für Konfliktprävention stärken.

Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation ADKOUL trägt humedica dazu bei, dass Geflüchtete und aufnehmende Gemeinschaften besser miteinander leben können. Denn Hilfe wirkt dort besonders nachhaltig, wo Menschen vor Ort einbezogen werden und Verantwortung übernehmen.

Warum sind so viele Menschen in Niger auf der Flucht?

Bewaffnete Konflikte zwingen viele Familien dazu, ihre Heimatdörfer zu verlassen. Sie suchen Schutz, Nahrung, Wasser und eine neue Perspektive. Viele verlieren dabei ihre Lebensgrundlage, zum Beispiel Vieh oder Felder.

Warum spielt Konfliktprävention eine Rolle?

Wenn viele Menschen auf knappe Ressourcen angewiesen sind, können Konflikte entstehen. Gesprächsformate, Vermittlung und geschulte Ansprechpersonen helfen, Spannungen frühzeitig aufzufangen und friedliche Lösungen zu finden.

Wie kann eine Spende in Niger wirken?

Eine Spende kann dazu beitragen, den Zugang zu sauberem Wasser zu verbessern, Wasserkanister bereitzustellen und lokale Strukturen für friedliches Miteinander zu stärken. So hilft sie Familien ganz praktisch im Alltag.

Mehr Infos zum Projekt

Jetzt Menschen in Niger unterstützen

Für Familien wie die von Binta ist Hilfe oft ganz konkret: ein Kanister für sauberes Wasser oder eine funktionierende Wasserstelle. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Arbeit von humedica in Niger und helfen dabei, Menschen in unsicheren Lebenssituationen neue Hoffnung zu geben. 

 

*Name geändert