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In einer grünen Hügellandschaft befinden sich Häuser.
Der Sudan steckt in einer der größten humanitären Krisen weltweit. Krieg, Flucht und Hunger bestimmen den Alltag der Menschen. humedica unterstützt Vertriebene mit medizinischer Hilfe.
humedica/ Manuel Steinhoff

Länderinfos Sudan

  • Hauptstadt: Khartum
  • Amtssprache: Arabisch und Englisch
  • Einwohnerzahl: 50,5 Mio. (2024)
  • Währung: Sudanesisches Pfund

Ein großer Stuhl macht noch keinen König.

Sudanesisches Sprichwort

(Sinngemäß: Mehr Schein als Sein.)

Könige spielen nicht nur in diesem sudanesischen Sprichwort eine Rolle, sondern auch in der Geschichte des Landes. Schon früh entstand im heutigen Sudan mit dem Königreich Kusch eine bedeutende Hochkultur. Später folgte das Sultanat von Sannar, in dessen Zeit sich der Islam ausbreitete.

Nach der Phase britisch-ägyptischer Kolonialherrschaft erlangte der Sudan 1956 die Unabhängigkeit. In den folgenden Jahrzehnten war die politische Entwicklung jedoch von Instabilität und Diktaturen geprägt. 

Sudan in Bildern

Bevölkerung, Land und Lebensbedingungen

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Geographische Lage

Der Sudan liegt im Nordosten Afrikas und zählt zu den größten Ländern des Kontinents. Die wichtigste Lebensader ist der Nil, entlang dessen Verlauf fruchtbare Regionen entstehen. 

Abseits davon prägen weite Wüstenlandschaften das Land: Im Norden erstreckt sich die Sahara, die im Süden in die Sahelzone übergeht. Im Westen des Landes erhebt sich das Darfur-Gebirge mit dem höchsten Berg, dem Jebel Marra. Die zentral gelegene Hauptstadt Khartum bildete einst das politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes – bevor sie durch den seit 2023 anhaltenden Krieg zerstört wurde.

Wussten Sie, das Khartum übersetzt Elefantenrüssel heißt? Die Stadt liegt am Zusammenfluss des Weißen und Blauen Nil und diese Form erinnert an einen Rüssel. 

Verschiedene Ethnien und Gruppen

Der Sudan ist ein Vielvölkerstaat mit hunderten verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Neben den Amtssprachen Arabisch und Englisch werden zahlreiche weitere Sprachen gesprochen.

Humanitäre Lage

Krieg, Hunger und Flucht

Seit April 2023 eskaliert die Gewalt im Sudan und es herrscht Bürgerkrieg. Der Kampf um die Vorherrschaft zwischen den sudanesischen Streitkräften und der paramilitärischen Gruppe Rapid Support Forces (RSF) führen in der Bevölkerung zu extremer Unsicherheit. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Menschenrechtsverletzungen, darunter Angriffe auf Wohngebiete, Entführungen und sexualisierte Gewalt.

Millionen Menschen wurden seither vertrieben und mussten ihre Heimat verlassen. Viele leben unter schwierigen Bedingungen in provisorischen Lagern oder suchten in Nachbarländern Schutz. Die Geflüchtetencamps sind jedoch vielerorts überfüllt.

Die Folgen sind dramatisch:

  • Nahrungsmittel sind knapp oder unerschwinglich
  • Hunger und Unterernährung nehmen stark zu
  • Trinkwasser ist kaum verfügbar

Die Situation im Sudan gehört heute zu einer der größten humanitären Krise weltweit: Das Land verzeichnet eine der höchsten Zahlen an Vertriebenen und die Hälfte der Bevölkerung ist in hohem Maße von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen.

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Frauen und Kinder besonders gefährdet

Frauen und Kinder leiden besonders unter den Auswirkungen des Krieges. Sie sind Gewalt, Ausbeutung und ständiger Unsicherheit ausgesetzt.

Kinder haben häufig keinen Zugang zu Bildung und wachsen in einem Umfeld von Perspektivlosigkeit auf. Unterernährung und Krankheiten gefährden ihre Entwicklung und ihr Überleben.

Gesundheit und medizinische Versorgung

Das Gesundheitssystem ist weitestgehend zusammengebrochen. Zahlreiche Krankenhäuser wurden durch den Krieg zerstört oder mussten schließen. Die wenigen noch funktionierenden Einrichtungen sind überlastet und verfügen kaum über Medikamente, medizinischem Personal und Ausstattung.

Auch die Wasserversorgung ist vielerorts nicht gewährleistet. Die Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Die Folgen sind gravierend: Krankheiten wie Cholera, Masern, Malaria und Durchfallerkrankungen breiten sich schnell aus. 

Besonders für Kinder stellt diese Situation eine große Gefahr dar, da ihr Immunsystem durch Mangelernährung zusätzlich geschwächt ist.

humedica unterstützt Geflüchtete im Sudan mit einer grundlegenden medizinischen Versorgung.

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Mehr über Sudan und humedica

Im Südosten des Landes und den umliegenden Regionen leistet humedica medizinische Unterstützung: Neben der Übernahme von Behandlungskosten, statten wir Kliniken mit Medikamenten und benötigten Materialien aus und bilden lokales medizinisches Personal weiter. Zusätzlich versorgen wir Geflüchtete mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser. Erfahren Sie mehr über unsere Hilfe im Sudan.