(2022)
(Niger 2020; Deutschland 2023)
(2025)
Das Haus, in dem du Mühsal erlebt hast, wirst du mit einem Hirsehalm zeigen.
Sprichwort aus Niger
Dieses Sprichwort stammt aus der Hausa-Kultur in Niger, wo Hirse eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel ist. Sie ist nährstoffreich, widerstandsfähig gegenüber Hitze und Trockenheit und sichert die Ernährung der Bevölkerung. Die Landwirtschaft nimmt in Niger einen zentralen Stellenwert ein und prägt das tägliche Leben der Menschen.
Mit einer Fläche etwa dreieinhalb Mal so groß wie Deutschland zählt Niger zu einem der größten Länder Afrikas. Dennoch leben hier nur rund 27 Millionen Einwohner – und über die Hälfte von ihnen ist jünger als 15 Jahre. Eine nigrische Frau bekommt im Durchschnitt sechs bis sieben Kinder. Dieses hohe Bevölkerungswachstum prägt das Land und stellt die Gesellschaft vor Herausforderungen.
Nach 48 Jahren als französische Kolonie erlangte Niger 1960 seine Unabhängigkeit. Doch der Einfluss Frankreichs bleibt spürbar. Die koloniale Währung CFA-Franc ist weiterhin offizielles Zahlungsmittel, Frankreich bleibt wichtiger Handelspartner und die Amtssprache ist Französisch. Dennoch ist die Alltagssprache Hausa, die von über drei Viertel der Bevölkerung gesprochen wird.
Neben den Hausa leben Tuareg, Zarma, Fulbe und viele weitere ethnische Gruppen im Land. Alle bringen ihre eigenen Sprachen, Traditionen und Rituale mit.
Der Militärputsch 2023 hat die ohnehin fragile Lage im Land weiter verschärft und beeinflusst seither das tägliche Leben. Steigende Nahrungsmittelpreise belasten vor allem jene, die ohnehin in Armut leben.
Im ländlichen Raum, wo die meisten Menschen von der Landwirtschaft abhängig sind, führen Dürren und unvorhergesehene Wetterlagen zu Ernteausfällen und finanziellen Einbußen. Hungersnöte nehmen zu und unzählige Menschen, darunter viele Kinder, leiden an Unterernährung.
Mädchen sind von der unsicheren Lage im Niger besonders betroffen.
Bewaffnete Konflikte in Grenzregionen und Terrorgruppen im Westen des Landes verschärfen die humanitäre Not zusätzlich. Viele Menschen sind gezwungen, ihre Dörfer auf der Suche nach Sicherheit, Nahrung und neuen Perspektiven zu verlassen.
Besonders für Mädchen und Frauen ist die Situation im Land belastend. Unsicherheit, Armut und traditionelle Rollenbilder erhöhen das Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt. Mädchen werden häufig früh verheiratet und Bildungschancen bleiben ihnen verwehrt.
Eine grundlegende Gesundheitsversorgung bekommen die meisten Menschen nicht. Es gibt viel zu wenige Ärztinnen und Ärzte für die Größe der Bevölkerung. Krankenhäuser sind rar und außerhalb der Stadt so gut wie gar nicht zu finden.
Doch Krankheiten breiten sich durch verunreinigtes Wasser und fehlende Hygieneeinrichtungen schnell aus – mit fatalen gesundheitlichen Folgen.
Viele Menschen in Niger haben keinen gesicherten Zugang zu Trinkwasser. humedica hilft mit der Bereitstellung von sauberem Wasser.
humedica unterstützt die Menschen im Niger in der Region Tahoua insbesondere mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Mehr über unsere Arbeit vor Ort erfahren Sie hier.