Die Zahl der Menschen, die weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen ist, steigt stetig: In Kriegen wie in der Ukraine, in Vertreibungskrisen wie im Sudan oder in Katastrophen wie beim Erdbeben in Venezuela. Humanitäre Helferinnen und Helfer sind dort im Einsatz. Doch auch sie geraten immer häufiger in Gefahr.
Allein im Jahr 2025 wurden weltweit 350 humanitäre Hilfskräfte getötet. Weitere 322 wurden verletzt, 235 entführt und 280 inhaftiert. Insgesamt waren damit 1.187 Helferinnen und Helfer von Angriffen, Verletzungen, Entführungen oder anderen Sicherheitsvorfällen betroffen.
Das sind erschreckende Zahlen. Und es sind Menschen, die sich dafür einsetzen, andere zu versorgen und ihnen in einer akuten Notlage beizustehen. Menschen, deren Arbeit nur möglich ist, wenn auch ihre eigene Sicherheit geschützt wird.
Humanitäre Helferinnen und Helfer riskieren ihr Leben in Krisen und Konflikten täglich. Sie bleiben, wenn Hilfe dringend gebraucht wird. Und sie verdienen Schutz.
Humanitäre Hilfskräfte sind keine Ziele. Sie brauchen Sicherheit, damit sie ihre Arbeit ausüben und Menschen in Not helfen können.
Auch wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Mitarbeitenden bestmöglich auf Einsätze in Katastrophen- und Krisenregionen vorzubereiten. Dazu gehören Sicherheitstrainings, länderspezifische Trainings und eine Bewertung der Sicherheitslage in den jeweiligen Projekt- und Einsatzländern.
Vor Ort stehen wir zudem im Austausch mit unseren Partnerorganisationen und anderen Hilfsorganisationen. In besonders angespannten Situationen wird die Lage eng begleitet: In der Ukraine beispielsweise durch einen fest eingesetzten Sicherheitsmanager.
Wie wir Sicherheit organisieren und warum verantwortungsvolle Hilfe gute Vorbereitung braucht, lesen Sie im Interview mit unserem Sicherheitsmanager Michael Cetta.
Der Tag der humanitären Hilfe (World Humanitarian Day) wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen und wird jedes Jahr am 19. August begangen. Er macht auf die Arbeit von Menschen aufmerksam, die weltweit Menschen in Krisen, Konflikten und nach Katastrophen unterstützen. Zugleich rückt er die Gefahren in den Mittelpunkt, denen humanitäre Hilfskräfte bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind.
Humanitäre Hilfskräfte versorgen unter anderem Verletzte, verteilen Lebensmittel und Trinkwasser und leisten medizinische Hilfe für Menschen in Krisen und nach Katastrophen.