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Ein Junge steht gebückt mit den Händen vor den Augen vor einem Geluechtetencamp

„Nach dem Kriegsausbruch hatten in der vergangenen Woche hier alle Angst, dass die Hisbollah im Land einen Angriff starten oder Raketen auf israelisches Gebiet abfeuern könnte. Leider ist genau das in der Nacht von Sonntag auf Montag tatsächlich geschehen“, berichtet Fares Kabboura, humedica-Landesdirektor im Libanon. In der Zeit davor war laut Kabboura eine Kriegsmüdigkeit im ganzen Land zu spüren. Viele hätten nur darauf gewartet, dass endlich Frieden einkehrt. 

humedica hilft seit Langem im libanesischen Bekaa-Tal Menschen, die auf der Flucht oder bedürftig sind, unter anderem mit medizinischer Grundversorgung und Medikamenten für den Alltag. Kabboura beobachtet auch jetzt Fluchtbewegungen: „Seit dem frühen Montagmorgen, etwa seit 4 Uhr morgens, haben wir viele Menschen gesehen, die aus dem bombardierten Gebiet flohen und nach Zahlé kamen, um Häuser zu mieten oder in Hotels zu übernachten. Einige Menschen sitzen in ihren Autos am Straßenrand und warten einfach auf leere Häuser oder auf jemanden, der ihnen hilft.“

Kabboura macht die Situation ebenfalls Angst: „Ich persönlich lebe nicht in einem Gebiet, in dem die Hisbollah präsent ist, aber letztendlich können die Mitglieder der Hisbollah überall hingehen, sie können in Häusern, Gästehäusern oder Hotels unterkommen. Es besteht immer die Gefahr, dass vielleicht ein Auto, das in der Nähe vorbeifährt, der Hisbollah gehört und von israelischer Seite angegriffen wird. Das ist eine große Angst, mit der wir leben müssen.“

Trotz dieser widrigen Bedingungen hilft er weiter: „Leider haben wir keine Kontrolle über die Situation. Das Einzige, was wir tun können, ist, den Menschen, den Bedürftigen zu helfen. Das ist der einzige Weg, um aus der Situation und dem Stress, dem wir ausgesetzt sind, herauszukommen.“