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Eine Mutter und drei Kinder laufen in Richtung der Berge auf einem Weg umgeben von Büschen und einem Feld
Madagaskar beeindruckt mit einzigartiger Natur. Gleichzeitig leiden viele Menschen unter Armut, Naturkatastrophen und Hunger. humedica unterstützt Familien mit unterernährten Kindern mit Untersuchungen und Aufbaunahrung.
humedica/ Manuel Steinhoff

Länderinfos Madagaskar

  • Hauptstadt: Antananarivo
  • Amtssprache: Malagasy, Französisch
  • Einwohnerzahl: 32 Mio.
  • Währung: Madagaskar Ariary

Madagaskar: Zahlen und Fakten zur humanitären Lage

(2022)

Manuel Steinhoff / humedica

(2024)

Manuel Steinhoff / humedica

(2025)

Manuel Steinhoff / humedica

Ohne den Wald gibt es kein Wasser mehr, ohne Wasser wird es keinen Reis mehr geben.

Madagassisches Sprichwort

In Madagaskar beginnt die Beschreibung einer Mahlzeit stets mit dem Wort „Reis“. Kein Wunder, denn Reis ist für die Menschen dort das wichtigste Grundnahrungsmittel. Doch Reis benötigt im Anbau große Mengen Wasser – ein kostbares und vielerorts immer knapper werdendes Gut. Als riesige Wasserspeicher spielen Wälder dabei eine entscheidende Rolle, da sie Grundwasser bilden und die Versorgung mit sauberem Wasser sicherstellen.

Dieses madagassische Sprichwort zeigt, wie eng die drei Komponenten Natur, Wasser und Ernährung miteinander verbunden sind – und lässt sich gleichzeitig als Appell interpretieren.

Madagaskar in Bildern

Bevölkerung, Land und Lebensbedingungen

Land der Artenvielfalt

Madagaskar wird oft als „achter Kontinent“ bezeichnet – und das aus gutem Grund. Vor Millionen von Jahren löste sich die Insel vom afrikanischen Festland. Durch diese lange geografische Isolation entwickelte sich eine einzigartige Natur, die es so nirgendwo sonst auf der Welt gibt: Unzählige Tier- und Pflanzenarten kommen ausschließlich auf Madagaskar vor. Besonders bekannt sind die Lemuren sowie die beeindruckenden Affenbrotbäume, auch Baobabs genannt, die vielerorts die Landschaft prägen.

Dieser natürliche Reichtum steht jedoch zunehmend unter Druck – durch Brandrodung und Klimaveränderungen.

Kulturelle Vielfalt

Auch die Bevölkerung Madagaskars ist vielfältig geprägt. Die Vorfahren der Madagassen stammen überwiegend aus Südasien, daneben auch aus Ostafrika und dem Nahen Osten. Diese unterschiedlichen Einflüsse spiegeln sich bis heute in Kultur, Traditionen und Lebensweisen wider.

Die meisten Menschen sprechen Malagasy als Muttersprache. Französisch ist ein Überbleibsel der Kolonialzeit und gilt als zweite Amtssprache. Vor allem in Städten – etwa in der Hauptstadt Antananarivo – wird es im öffentlichen Leben, in Verwaltung und Bildung verwendet.

Seed Madagascar

Humanitäre Lage

Viele Familien in Madagaskar verlieren durch zunehmende Naturkatastrophen ihre Lebensgrundlagen.

iAko M. Randrianarivelo/ Fairpicture

Politische Unruhen

Trotz seiner außergewöhnlichen Natur und reichen Biodiversität gehört Madagaskar zu den ärmsten Ländern der Welt. Neben Armut prägt auch immer wieder politische Unsicherheit die Situation im Land. So kam es unter anderem zu von jungen Menschen geführten Protesten gegen die Regierung. Auslöser waren die schwierigen Lebensbedingungen und die angespannte wirtschaftliche Lage – geprägt von unzureichender Grundversorgung und Korruption. Nach der Absetzung des Präsidenten durch das Parlament übernahm eine militärisch gestützte Übergangsregierung die Macht.

Naturkatastrophen und Hungerkrise

Ein Großteil der madagassischen Bevölkerung lebt von kleinbäuerlicher Landwirtschaft und ist auf ihre Ernten angewiesen – sowohl zur eigenen Ernährung als auch zur Sicherung eines Einkommens. Zunehmende Naturkatastrophen wie langanhaltende Dürren, starke Wirbelstürme, vermehrte Heuschreckenplagen und unregelmäßige Regenzeiten zerstören jedoch immer häufiger die Lebensgrundlagen der Menschen. Felder verdorren oder werden überflutet, Wasserquellen versiegen, Vieh verendet.

Besonders im Süden des Landes ist die Not groß: Sauberes Trinkwasser und ausreichend Nahrung sind vielerorts nicht mehr verfügbar. Millionen Menschen sind von Hunger betroffen. Kinder leiden am stärksten unter den Folgen: Mangelernährung in jungen Jahren kann ihr Wachstum, ihre Gesundheit und ihre Zukunftschancen dauerhaft beeinträchtigen.

Gesundheit und medizinische Versorgung

Oft können sich die Menschen keine medizinische Hilfe leisten. Zudem müssen sie aus ihren abgelegenen Gemeinden sehr lange Wege zurücklegen. Krankenhäuser befinden sich meist nur in Städten. Auch qualifiziertes medizinisches Personal gibt es weitaus weniger als notwendig, um die Menschen ausreichend zu versorgen.

Mit einem MUAC-Band wird der Armumfang gemessen, um Unterernährung bei Kindern zu erkennen.

iAko M. Randrianarivelo/ Fairpicture

Mehr über Madagaskar und humedica

humedica schult in Madagaskar Gesundheitspersonal, damit Unterernährung bei Kindern frühzeitig erkannt und behandelt wird. Sie erhalten Aufbaunahrung und regelmäßige Untersuchungen. Erfahren Sie mehr über unsere Hilfe in Madagaskar.